Lieferengpässe: Sanacorp-Chef fordert Politik zum konsequenten Handeln auf!

Planegg/München, 13.12.2019 – Die weiter zunehmenden Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind mittlerweile nicht nur in Apotheken und beim Großhandel ein großes Problem und mit viel Ärger und zusätzlichem Aufwand verbunden. Gerade für Patienten, die zum Teil auf lebensnotwendige Medikamente angewiesen sind, ist eine derartige Mangelversorgung untragbar. Hauptursache für diese äußerst bedenkliche Entwicklung sind die seit Jahren anhaltenden Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Der vor allem durch die Rabattverträge ausgelöste ruinöse Kostendruck führt zu alternativlosen Monopolstellungen und entsprechend störanfälligen Abhängigkeiten.

Die Versorgung der Apotheken und deren Patienten mit den benötigten Arzneimitteln hat bei Sanacorp als Apothekergenossenschaft seit jeher oberste Priorität. Daher steht die Warenverfügbarkeit als zentrales Thema im Fokus sämtlicher internen Maßnahmen.

Wichtigste Komponente ist dabei ein ausgeklügeltes Warenaustauschsystem, das mittlerweile über 15.000 knappe Arzneimittel pro Tag zwischen den 17 Niederlassungen der Sanacorp intelligent verteilt. So wird eine möglichst gleichmäßige Lieferfähigkeit in allen Regionen sichergestellt. Auch entsprechend priorisierte Wareneingangsprozesse und eine systemseitig unterstützte Verknüpfung von wirkstoffgleichen Alternativpräparaten bzw. Reimporten wurden eingeführt. Der Bedarf des Marktes kann jedoch auch dadurch nicht vollständig abgedeckt werden.

Selbstverständlich steht Sanacorp darüber hinaus in täglichem Kontakt mit den Industriepartnern, um möglichst schnell entsprechende Warenzuteilungen für die Apotheken und deren Patienten zu erhalten. Trotz der gebündelten Maßnahmen von Apotheken und Großhandel kann aber die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung aktuell nur lückenhaft sichergestellt werden. „Es bedarf zeitnah einer gesetzlichen Kurskorrektur, um diese anhaltende Mangelversorgung schnellstmöglich und nachhaltig zu bereinigen“, so Dr. Herbert Lang, Vorstandsvorsitzender der Sanacorp.

Die zentralen Forderungen der Sanacorp decken sich mit denen der Apothekerschaft:

Krankenkassen müssen Rabattverträge grundsätzlich mit mehreren Herstellern abschließen. In der Apotheke muss der Austausch eines verfügbaren Medikaments leichter möglich sein.

Die Politik muss zudem Rahmenbedingungen schaffen, damit die Wirkstoffproduktion wieder stärker in Europa stattfindet und entsprechende Qualitätsstandards eingehalten werden.

Systematisch wurde der Pharmaindustrie-Standort Deutschland – vormals als Apotheke der Welt bezeichnet – über die Jahre demontiert und mittels Kostendruck des Landes verwiesen. Die Folgen daraus sind fatal. Letztendlich hat das Gesamtpaket der Sparmaßnahmen dazu geführt, dass selbst gängige und wichtige Arzneimittel wie Ibuprofen oder Valsartan oft nicht verfügbar sind. Weitaus schlimmere Folgen hat das bei lebensnotwendigen Medikamenten, bei denen ein Ersatz oder eine Umstellung, falls überhaupt verfügbar, nur sehr aufwendig und risikobehaftet durchführbar ist.

Die Sanacorp steht mit ihren Gesellschaften für einen im operativen Geschäft erzielten Jahresumsatz von rd. 4,6 Mrd. Euro in 2018 und ist eines der größten apothekerbestimmten Pharma-Großhandelsunternehmen in Deutschland. Mit rund 3.000 Mitarbeitern in 17 Niederlassungen sorgt das Apothekerunternehmen dafür, dass ca. 7.500 Apotheken im gesamten Bundesgebiet rund um die Uhr sicher und zuverlässig mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten beliefert werden. An der Spitze der Unternehmensgruppe steht die Sanacorp eG Pharmazeutische Großhandlung und damit alle Mitglieder der Apothekergenossenschaft. Das Unternehmen setzt sich nachdrücklich für die Stärkung der inhabergeführten Individualapotheke in Deutschland ein.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Sanacorp eG Pharmazeutische Großhandlung
Semmelweisstr. 4
D-82152 Planegg
Tel.: 089/8581580
Fax: 089/85819580
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