Statement zum Bundesweiten Protesttag der Apotheken am 23. März 2026

„Die Sanacorp unterstützt die Forderungen der Apothekerinnen und Apotheker für mehr Existenzsicherheit.“

Statement von Patrick Neuss, Vorstandsvorsitzender der Sanacorp:

Die Apotheken in Deutschland gehen am 23. März 2026 aus Verantwortung für die Patientinnen und Patienten in unserem Land und auch aus Verzweiflung mit Blick auf die mittlerweile existenzgefährdende Finanzierung im Gesundheitssektor auf die Straße. Seit über 13 Jahren wurde das Apothekenhonorar strukturell nicht angepasst. In dieser Zeit sind Kosten für Personal, Energie, Logistik, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen massiv gestiegen. Gleichzeitig sind die Aufgaben der Apotheken enorm gewachsen, und sie sollen zukünftig weiter ausgeweitet werden – das leisten Apotheken verlässlich, flächendeckend und im staatlichen Auftrag. Dieser Auftrag bedarf jedoch verlässlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Die inhabergeführten Vor-Ort-Apotheken sind ein tragender Pfeiler unseres Gesundheitswesens. Sie sichern den niederschwelligen Zugang zu Gesundheitsleistungen, sind das Primärversorgungssystem für Arzneimittel und entlasten Arztpraxen und Notaufnahmen, gewährleisten Versorgungssicherheit – in Metropolen ebenso wie im ländlichen Raum. Doch ihre wirtschaftliche Basis ist vielerorts existenzgefährdend geschwächt. Eine besorgniserregende Dynamik bei den Apothekenschließungen ist Ausdruck einer strukturellen Fehlentwicklung.

Als genossenschaftlich organisierter pharmazeutischer Großhandel stehen wir mit dem gesamten Team der Sanacorp an der Seite unserer Mitglieder. Wir erleben täglich, mit welcher Professionalität und welchem Engagement Apothekerinnen und Apotheker ihren Versorgungsauftrag erfüllen, von Menschen für Menschen – trotz zunehmender Bürokratie und ökonomischer Unsicherheit.

Deshalb unterstützen wir den bundesweiten Protesttag ausdrücklich und rufen die Politik zum Handeln auf.

Die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Fixums darf kein politisches Lippenbekenntnis bleiben. Sie muss jetzt umgesetzt werden. Es geht nicht um Partikularinteressen, sondern um die Stabilität eines systemrelevanten Versorgungsnetzes.

Wer eine umfassende, qualitativ hochwertige und flächendeckende Gesundheitsversorgung politisch will, muss sie auch finanziell ermöglichen.

Deutschland diskutiert zurecht über Resilienz, Versorgungssicherheit und strategische Unabhängigkeit. Diese Prinzipien gelten nicht nur für Energie- oder Industriepolitik, sondern in besonderem Maße für das Gesundheitswesen. Eine ausgedünnte Apothekenlandschaft macht unser Versorgungssystem anfälliger, verlängert Wege für Patientinnen und Patienten und erhöht den Druck auf andere Leistungserbringer.

Gleichzeitig steht das gesamte Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, steigende Ausgaben, Reformdruck in der Krankenhauslandschaft. In dieser Phase brauchen wir stabile, leistungsfähige Strukturen im ambulanten Bereich – und keine weitere Schwächung. Die Politik ist jetzt gefordert, Verlässlichkeit zu zeigen: Verlässlichkeit gegenüber den Apotheken und gegenüber den Patientinnen und Patienten.

Die Apotheken sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, und sie beweisen das jeden Tag für all die, die Beratung, Medikamente oder andere Apothekenleistungen brauchen. Jetzt ist es an der Politik, ihren Teil zu erfüllen.

Die Sanacorp steht entschlossen an der Seite der Vor-Ort-Apotheken und ruft die Regierungskoalition im Bund dazu auf, ihre vertraglich festgehaltenen Zusagen gegenüber den Apotheken einzulösen – für eine starke, wirtschaftlich stabile und zukunftsfähige Arzneimittelversorgung in Deutschland, für die Menschen in unserem Land.